Die Alm

Von SIEGLINDE NEUMANN
Familie Boro: Die Alm ist uns zu blöd

Hauptdarsteller aus der SWR-Doku „Das Schwarzwaldhaus“ ärgern sich über Pro7-Serie

München/Berlin - In Gülle baden. Eine Kuh mit dem Mund melken. Eine Maß Milch auf Ex runterkippen, um sich dann kotzenderweise aufs Klo zu stürzen. Für die fünfköpfige Familie Boro, die in der preisgekrönten Doku „Das Schwarzwaldhaus“ tatsächlich den Alltag einfacher Bauern vor 100 Jahren vorlebte und sechs Millionen Zuschauer begeisterte, ist die Pro-Sieben-Serie „Die Alm“ ein allabendliches Ärgernis.
„Die Sendungen zu vergleichen wäre eine Beleidigung für uns“, schimpft Vater Ismail Boro, promovierter Werkstoffwissenschaftler aus Berlin. „Wir schalten immer sofort um. Die Alm ist uns zu blöd!“ - „Kader Loth ist toll geschminkt - wir sind so aufgestanden, wie wir ins Bett gegangen sind“, empört sich Tochter Reya (22). „Die dummen Seppl-Aufgaben sind nur für Gaffer, die gucken wollen, wie diese angeblichen Promis sich ekeln oder scheitern.
Einmal ausschlafen geschenkt zu bekommen, das gibt es nicht auf dem Bauernhof. Eine Kuh mit dem Mund melken - das finde ich unter aller Sau. Ich kann vollkommen verstehen, wenn sich echte Almbauern veräppelt fühlen.“
Für Focus-TV haben sich die Boros die Schauer-Alm quasi dienstlich angeguckt. Aber, so Reya Boro: „Alles Kritische, was wir gesagt haben, ist rausgeschnitten worden.“ Für Papa Ismail Boro kaum verwunderlich - schließlich läuft auch Focus-TV auf Pro Sieben.
Und dort sonnt sich derzeit j eder im Quotengipfel der Show. 3,41 Millionen schauten zu, als Lorenzo mit runtergerutschter Hose kreischend vor fetten Käfern floh. 21,7 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, 31,1 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen, bisher die Topquote der Show.
Kritik am unterirdischen Niveau der Sendung kann Pro-Sieben-Sprecher Nico Wirtz denn auch überhaupt nicht nachvollziehen: „Es ist alles mit einem Augenzwinkern gemeint.“ Garantiert – bis zum Finale am Sonntag wird es noch dümmer. Ab 20.15 Uhr tobt der Krieg der Körbchen.
Ex-Schönheitschirurgen-Gattin Tatjana Gsell tauscht die Anklagebank gegen den Donnerbalken der Alm.

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